Nächtlich grüßt das Murmeltier der Schlaflosigkeit. Scheint zumindest so. Schon wieder wach. Schon wieder todmüde, aber nicht in der Lage einzuschlafen. Schon wieder froh, dass ich das Netflixabo seit Monaten nicht kündige, obwohl mir außer in den Nächten, die wirkliche Sinnhaftigkeit dafür fehlt.

Gedanken kreisen im Kopf. Stille wird zu ohrenbetäubenden Lärm. Dunkelheit zu hell zum schlafen. Der ewige Kampf mit sich selbst, sich zum Schlafen zu zwingen, aber der Kopf muss das hier noch kurz zu Ende denken. Und wo wir dabei sind, d gibt es doch noch diese andere Sache und hast du dir schon Gedanken darüber gemacht? Mach die Musik aus, dummer Mensch. Sie übertönt das nicht. Schlaflosigkeit soweit das Auge reicht, als wäre es das Meer und man triebe sich festklammernd auf einem Holz mit den Strömungen hin und her.

Ein Blick auf die Uhr, ein paar Stunden bis der Wecker geht. Runde 2 für die Gedanken in einem Kampf, den der Körper ständig verliert. Der Geist ist Müde, das Herz auch, aber der Kopf und die Depression sind sich einig. Wir schlafen erst, wenn wir uns alles schlechte der letzten achtundzwanzig Jahre vors Auge gehalten haben und uns dann nicht mehr trauen einzuschlafen, weil die Träume der Geschehnisse das einzige sind, was schlimmer ist.

Und so dreht sich das Karussell, die Gedanken füttern sich und ich liege im Bett und mir ist schlecht. Und irgendwann geht der Wecker, der Alltag kommt und mit ihm der täglich gleiche Gedanke: „Noch so eine Nacht und ich zerbreche..“

Die Wahrheit ist nur, dass das nicht passieren wird, weil es schon längst geschah. Also auf in den Kampf. Rein in Runde 3, 4, 5 und 6. In der Hoffnung, dass uns irgendwas schon ausknockt.